KNX IP BAOS 770

Schnittstelle zwischen EIB/KNX Bus und Ethernet (REG)
KNXnet/IP Tunnelling & Object-Server

KNX IP BAOS 770

Hinweis

Mit den KNX IP BAOS 771 und 772 sind zwei Nachfolger des bewährten KNX IP BAOS 770 erhältlich. Die KNX IP BAOS 771 und 772 bieten ein verbessertes BAOS Protokoll und unterstützten Web-Services in Java Script Object Notation (JSON). Zudem ermöglichen die Geräte bis zu 5 Tunneling (KNXnet/IP) Verbindungen und bis zu 10 Object-Server Verbindungen gleichzeitig.

Für Neuentwicklungen empfehlen wir das KNX IP BAOS 771 mit bis zu 250 Kommunikationsobjekte, KNX IP BAOS 772 mit bis zu 1.000 Kommunikationsobjekte.

Bereits existierende Software für ein KNX IP BAOS 770 muss für die Verwendung mit einem KNX IP BAOS 771 oder 772 angepasst werden. Der Migration Guide enthält dazu detaillierte Informationen.

Übersicht KNX BAOS IP Geräte

Anwendung

Das KNX IP BAOS 770 dient als Schnittstelle zum KNX/EIB sowohl auf Telegrammebene (KNXnet/IP Tunneling) als auch auf Datenpunktebene (KNX Application Layer). BAOS steht für "Bus Access and Object Server" und ist eine erweiterte Version des KNX IP Interface 730. Das Gerät kann als Programmierschnittstelle für die ETS3 und ETS4 verwendet werden.Die Funktionsweise des ObjectServers wird nachfolgend erläutert.

Von jedem Punkt im LAN kann auf den KNX/EIB Bus zugegriffen werden. Mit dem KNX IP BAOS 770 ist auch ein Bus-Zugriff über das Internet möglich. Die IP-Adresse kann durch einen DHCP-Server bzw. durch manuelle Konfiguration, als ETS-Parameter, zugewiesen werden. Die Spannungsversorgung erfolgt extern mit 12 V bis 24 V oder alternativ über Power-over-Ethernet (IEEE 802.3af).

Funktionsweise des ObjectServers

Für immer mehr Geräte, wie zum Beispiel im Bereich Multimedia oder Sicherheitstechnik, ist der Austausch von Steuerinformationen mit der Gebäudeautomatisierung von Bedeutung. Für bestimmte Geräte ist es allerdings vorteilhaft, nicht direkt auf den Bus (TP) zuzugreifen. Stattdessen kann eine Verbindung zu KNX auch über Ethernet (LAN) realisiert werden. Die Kommunikation über LAN ist insbesondere für Geräte interessant, die ohnehin über einen Netzwerkanschluss verfügen. Ist im eingesetzten Betriebssystem, wie zum Beispiel in Linux oder Windows® CE, der Protokollstack für TCP/UDP/IP bereits vorhanden, können Applikationen mit geringem Aufwand mit anderen Geräten über das Ethernet kommunizieren.

Würde man für eine solche Lösung KNXnet/IP Tunnelling oder Routing verwenden, könnten die Geräte zwar auf das KNX Netzwerk zugreifen, müssten aber immer noch KNX Telegramme zusammenstellen bzw. interpretieren. Zudem müssten Sie die im KNX Netzwerk verwendeten Gruppenadressen kennen.

Wesentlich einfacher ist es, wenn das KNX/IP Interface diese Aufgabe mit übernimmt. In diesem Fall erhält das KNX/IP Interface die Rolle eines KNX Endgerätes. Das heißt, die KNX Kommunikationssoftware im Gerät verwaltet auch die Datenpunkte, so dass das Gerät empfangene Telegramme den entsprechenden Kommunikationsobjekten zuordnen kann. Ebenso kann das Gerät Gruppentelegramme selbständig generieren und senden. Die Konfiguration der Datenpunkte erfolgt mit Hilfe der ETS (Engineering Tool Software). In der ETS erscheint das Interface wie ein herkömmlicher Busteilnehmer. Über den Parameter-Dialog werden die Datentypen der Kommunikationsobjekte eingestellt. Anschließend können die Gruppenadressen wie üblich zugewiesen werden.

Ein Client (z.B. eine Visualisierung) kann über TCP/IP oder UDP/IP auf die Datenpunkte zugreifen, ohne die Syntax von KNX Telegrammen kennen zu müssen. Ein Client adressiert einen Datenpunkt über seine Nummer. Werden später Gruppenadressen im KNX Netzwerk geändert, kann das Interface durch einen ETS-Download problemlos aktualisiert werden. Eine Änderung der Konfiguration des Clients ist nicht erforderlich.

Das Interface unterstützt bis zu 250 Kommunikationsobjekte und verfügt für jedes über einen eigenen Speicherplatz. Die Werte der Kommunikationsobjekte werden bei Empfang automatisch aktualisiert, auch wenn kein Client verbunden ist. Dies ermöglicht zum Beispiel einer Visualisierung, beim Starten oder Aufwachen, das Prozessabbild ohne Zeitverlust aus dem Interface zu lesen, ohne den KNX Bus zu belasten.

kdrive BAOS SDK

Die kDrive BAOS SDK ist eine C++ Implementierung des BAOS Protokolls. Die Klassenbibliothek der SDK werden 1:1 von dem KnxBAOS-Protokoll abgebildet, indem es für jeden Protokolltyp eine Klasse gibt, mit der man Messages empfangen und senden kann. Weiterhin stehen verschiedene Klassen für Informationsverarbeitung zur Verfügung. So gibt es wie beispielsweise eine Datapoint-Class, die einen Byte-Stream in einen spezifischen Parametertyp konvertiert. Folgende Systeme werden unterstützt:

Zusätzlich zu den nativen C++ Klassen wird ein Managed-C++-Wrapper zur Verfügung gestellt, um bis zu einen gewissen Grad .net-Sprachen mit zu integrieren, wie zum Beispiel C# oder VisualBasic.net. Die Library wird frei zur Verfügung gestellt. Das heißt, sie kann sowohl für open-source wie auch für kommerzielle Projekte genutzt werden. Die Lizenz läuft unter der Boost Software License.

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